Die Strompreise am Spotmarkt stiegen im Februar weiter an und erreichten den höchsten Stand seit Dezember 2022. Das Windaufkommen in Deutschland war wie bereits in den Vormonaten gering, sodass teure Gaskraftwerke einspringen mussten. Im gesamten Monat konnten die Windkraftanlagen an Land eine Leistung von 40 Gigawatt oder mehr erreichen. Nur an zwei Tagen überschritten sie überhaupt die 30-Gigawatt-Marke. Die Beteiligung von Onshore-Windkraftanlagen an Land am Gesamtstromverbrauch sank im Vergleich von 32,1 % im Februar 2024 auf 16,7 % im Februar 2025.
Der Handel im Februar gestaltete sich, bis auf wenige Ausnahmen, stabil. Besonders auffällig war das Fehlen negativer Strompreise, die in den letzten Jahren regelmäßig beobachtet werden konnten. Kein einziger Stundenpreis fiel in den negativen Bereich, sodass auch keine Anpassung des anlagenspezifischen Werts nach § 51 EEG notwendig wurde. Der niedrigste Preis in der Day-Ahead-Auktion lag am 24. Februar bei 37,10 €/MWh in den Nachtstunden – also deutlich über der Null-Euro-Marke.
Die Einspeisung von Solarstrom erzielte im Februar einen nahezu rekordverdächtigen Wert. An mehreren Tagen wurden über 20 Gigawatt eingespeist und am 19. Februar erreichte sie zur Mittagszeit sogar 34 Gigawatt. Dieser Anstieg ist das Ergebnis des starken Ausbaus von Photovoltaikanlagen, der mittlerweile rund 100 Gigawatt installierte Leistung in Deutschland umfasst, sodass ein energieintensiver Sommer erwartet wird.
Im Februar lag der durchschnittliche Spotpreis bei 12,85 Cent pro Kilowattstunde, was einem Anstieg von 12,6 % gegenüber dem Vormonat entspricht. Der Preis für Strom aus Onshore-Windenergie lag im Durchschnitt bei 11,59 Cent pro Kilowattstunde; ein Plus von 36,27 %. Offshore-Windkraftanlagen erzielten durch eine höhere Auslastung 11,74 Cent pro Kilowattstunde, was eine Steigerung von 21 % gegenüber dem Januar darstellt. Strom aus Photovoltaikanlagen erreichte durchschnittlich 11,099 Cent pro Kilowattstunde, was einen Rückgang von 3,58 % im Vergleich zum Vormonat bedeutet.
Der Erdgasmarkt spiegelt die derzeit unsichere geopolitische Lage wider: Der Preis für Erdgas stieg im Februar aufgrund ausbleibender russischen Erdgaslieferungen und niedriger Gasspeicherstände (34%) in Deutschland stark an. Von anfänglichen 54,77€/MWh erreichte der Preis am 10. Februar sein Mehrjahreshoch von 59,24 €/MWh am Day-Ahead-Markt. Die Monatsmitte beschreibt einen Wendepunkt in der Preisentwicklung. Die Aussicht auf Waffenstillstandsverhandlungen ließ den Day-Ahead-Preis binnen zwei Wochen auf 42,29 €/MWh fallen, was einen Rückgang von 28,61 % gegenüber dem Monatshöchststand darstellt.
Die Terminmarktpreise für Strom folgten einem ähnlichen Trend, wobei diese sensibel auf Preisbewegungen bei Erdgas, Kohle und CO2-Verschmutzungsrechten reagieren. Zu Beginn des Monats stieg der Preis für das Base-Frontjahr 2026 auf über 100 €/MWh, bevor er bis zum Monatsende kontinuierlich auf 84,57 €/MWh fiel. Auffällig ist der Preisunterschied zwischen den Frontjahren 2026 und den günstigeren Jahren 2027 und 2028. In der Spitze belief sich die Differenz auf rund 15 Euro bzw. 25 Euro. Das deutet auf eine Beruhigung der Rohstoffmärkte und damit auch den Terminpreise für Strom in den kommenden Jahren hin.
Auch in den Auktionen der vier Übertragungsnetzbetreiber sanken die Preise für kurzfristige Reserven zur Stabilisierung der Stromnetzfrequenz im Februar. Anbieter von negativer Sekundärregelleistung, wie Biogasanlagen, erzielten mit der kontinuierlichen Vorhaltung und Bezuschlagung von 1 MW regelbarer Leistung durchschnittlich 2.006 €, was einen Rückgang von 44,5 % im Vergleich zum Vormonat darstellt. Die Preise für die Vorhaltung negativer Minutenreserve fielen um mehr als 60 %. Die Preise für positive Reserven, die zusätzlichen Erzeugungskapazitäten bei Unterspeisung des Netzes, blieben stabiler. Insbesondere sind die Preise für positive Sekundärreserven zu nennen, die nur um rund 3 % nachgaben. Die Preisentwicklung lässt sich vor allem durch den schwachen Windmonat erklären. Gaskraftwerke wurden dementsprechend im Februar stärker am Markt eingebracht, was das Angebot an flexiblen Netzreserven erweiterte und somit den Preisanstieg für Regelenergie dämpfte.
Hinweis: Next Kraftwerke übernimmt keine Gewähr für die Vollständigkeit, Richtigkeit und Aktualität der Angaben. Der vorliegende Beitrag dient lediglich der Information und ersetzt keine individuelle Rechtsberatung.
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